Ein Fernglas kaufen für astronomische Beobachtungen

Ist es für den Hobbyastronomen sinnvoll ein Fernglas zu kaufen?

Interessiert man sich für die Astronomie als Hobby und findet man sich mittels Sternkarten schon ganz gut bei der Beobachtung des Sternenhimmels mit bloßem Auge zurecht, wird bald die Idee kommen, durch optische Hilfsmittel mehr interessante Objekte und Einzelheiten betrachten zu können. Die Gedanken werden vermutlich direkt in Richtung eines Refraktor- oder Spiegelteleskops gehen.
Dabei wird vergessen, dass so mancher schon ein sehr gut geeignetes optisches Gerät zu Hause hat: das Fernglas, auch Feldstecher genannt.

 

Vermutlich wurde das Fernglas für Beobachtungen im Urlaub oder z.B. bei der Jagd gekauft. Es leistet aber auch vorzügliche Dienste bei der Betrachtung des Sternenhimmels.

 

In vielen Fällen ist bei astronomischen Beobachtungen eine hohe Vergrößerung nicht entscheidend oder stört sogar, weil Objekte aufgrund des dadurch verkleinerten Blickfeldes gar nicht in ihrer gesamten Ausdehnung überblickt werden können.
Viel wichtiger ist die Fähigkeit der großen Objektive des Fernglases, wesentlich mehr Licht zu sammeln, als es die menschliche Pupille kann. Dadurch erreichen zahlreiche Objekte, die wegen ihrer Lichtschwäche mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden können, eine Helligkeit, die viele Details bei der Beobachtung mit dem Fernglas zugänglich machen. Das unbewaffnete menschliche Auge kann Sterne bis zur 6. Größe erkennen. Mit einem Fernglas werden je nach Objektivdurchmesser noch Sterne der 10. bis 11. Größe sichtbar. Diese liefern im Vergleich nur etwa ein Hundertstel an scheinbarer Helligkeit. Die Zahl sichtbarer Sterne steigt mit einem Fernglas gewaltig.

 

Die meisten erfahrenen Amateurastronomen haben bei ihren Beobachtungssessionen ein oder mehrere Ferngläser dabei. Diese werden auch häufig benutzt, da sie ein viel größeres Gesichtsfeld als ein Teleskop besitzen und flexibler zu handhaben sind.

 

Neben dem Mond, der im Fernglas eine Vielzahl an Kratern, vor allem im Bereich der Tag-Nacht-Grenze offenbart, bieten sich folgende astronomischen Objekte zur Fernglas-Beobachtung besonders an:

  • das faszinierende Sternenband und die Nebel der Milchstraße
  • Venus, bei Erdnähe mit Sichelform
  • Jupiter schon als kleiner Kreis, einschließlich seiner vier hellen Monde
  • Saturn (Ring nicht erkennbar) und sein Mond Titan
  • Uranus und Neptun, wenn man ihre Position kennt
  • Nebel, Sternhaufen, Doppelsterne

 

Für die Sonne empfehle ich wegen des großen Risikos von Augenschäden die indirekte Beobachtungen – z.B. von Sonnenflecken – durch Projektion auf weißen Karton.

 

Worauf ist beim Kauf eines Fernglases zu achten?

Nicht so oft im Leben wird man sich ein Fernglas kaufen. Ein hochwertiges Fernglas leistet viele Jahre oder gar ein Leben lang gute Dienste.
Schaut man beim Fernglas-Kauf nur auf den Preis, wird die Freude nicht lange anhalten. Die Fertigung hochwertiger optischer und mechanischer Komponenten ist aufwändig und deshalb kostenintensiv. Bei einem Billigprodukt kann man die erforderliche Qualität nicht erwarten und man wird sich bald über das verschwendete Geld ärgern.

 

Auf dem Fernglas findet man Angaben wie 8×40 oder 10×70. Die erste Zahl nennt die Vergrößerung des Fernglases, die zweite ist der Objektivdurchmesser und damit ein Maß für das Lichtsammelvermögen des Instrumentes.
Doch genauso wichtige wie diese Werte sind eine hohe Qualität der Optik und ihrer Vergütung für ein kontrastreiches und reflexarmes Bild sowie eine effektive Ausblendung von Streulicht.
Das Angebotsspektrum reicht von etwa 6×20 bis zu gewaltigen 25×150 mit einem Gewicht von mehr als 20kg, z.T. mit wechselbaren Standard-Okularen für andere Vergrößerungen.
Für astronomische Beobachtungen gut verwendbar und auch ohne Stativ noch zu benutzen sind Ferngläser etwa im Bereich 8×50 bis 10×50. Doch auch ein Stativ sollte immer im Gepäck sein.

 

Für Linsen und Prismen des Fernglases ist die Vergütung wichtig, sonst erzeugen helle astronomische Objekte starke Reflexe. Das ist leicht zu prüfen. Sieht man schräg durch die Objektive, müssen diese blau oder rot gefärbt erscheinen.
Die Optik des Fernglases muss ein kontrastreiches Bild erzeugen, dass sich ohne Schwierigkeiten scharf stellen lässt. Für die Fokussierung gibt es zwei Varianten. Entweder sind zwei einstellbare Okulare vorhanden oder ein Okular ist fest, eines ist einstellbar und es gibt eine Zentraljustierung an der Mittelachse.
Bei der zweiten Variante ist zuerst das feste Okular mit der Zentraljustierung zu fokussieren. Danach erfolgt die Fokussierung am einstellbaren Okular.

 

Für astronomische Beobachtungen sind beide Varianten brauchbar. Die Einstellung erfolgt ja immer auf „unendlich“.
Plant man aber, das Fernglas auch für Landschafts- oder Tierbeobachtungen zu benutzen, ist eine zentrale Fokussierung vorteilhafter. Hier kann man mit geringem Aufwand die Bildschärfe für näher oder entfernter liegende Ziele anpassen.

 

Die Mechanik der Mittelachs- und Okulareinstellungen muss spielfrei und präzise arbeiten und mühelos bedienbar sein. Wurden hier Billigteile verbaut, kommt es zeitig zu Verschleiß, der einem die Freude am Beobachten trübt. Beim Fernglas-Kauf, als eher einmaliger Investition, liegt man mit Produkten der bekannten Marken immer auf der sichereren Seite.
Ein großer Vorteil ist es, wenn man – z.B. beim örtlichen Optikhändler – selbst verschiedene Modelle testen kann und so den Vergleich zwischen Standard- und sehr hochwertigen Produkten ziehen kann. Hat man beim Blick durch das Fernglas kein gutes Gefühl, Probleme mit dem Fokussieren oder kein kontrastreiches Bild, sollte man vom Kauf Abstand nehmen.

 

Hier können Sie sich einige Modelle ansehen:

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