Ein Dobson-Teleskop – ja oder nein?

Ein Ziel jedes Hobby-Astronomen bei der Auswahl seines Teleskopes ist es natürlich, ein Gerät mit bester optischer Leistung für die verfügbaren finanziellen Mittel zu bekommen.
Besonders Teleskop-Selbstbauer versuchen natürlich alle entsprechenden Möglichkeiten auszuschöpfen.
Eine sehr effektive Konstruktion entwickelte bereits in den 1950er Jahren der us-amerikanische Amateurastronom John Dobson.

 

Bei hohen Vergrößerungen machen schon sehr geringe ungewollte Bewegungen des Teleskop-Tubus, z.B. durch Berühren mit der Hand oder Windböen, astronomische Beobachtungen sehr anstrengend oder gar unmöglich, weil das Objekt im Bild extrem hin und her springt oder ganz verschwindet.
Deshalb muss bei solchen Teleskopen  die Montierung äußerst stabil und hochwertig sein. Daraus resultieren Preise, die in der Größenordnung des Teleskopes selbst liegen.

 

Dobson Teleskop bei spiegelteleskop-refraktor

Die Dobson-Montierung löst dieses Problems mit minimiertem Aufwand. Eine stabile Bodenfläche trägt ein auf einem Gleitlager drehbares Holzgehäuse, auch als Rockerbox bezeichnet. In gegenüber liegenden Wänden der Rockerbox befinden sich kreisförmige Ausschnitte, in denen – ebenfalls gleitgelagert – zwei Höhenräder laufen, welche zwischen sich den Teleskop-Tubus tragen. Der Teleskop-Tubus ist exakt ausbalanciert.

 

Alle Gleitflächen sind mit Teflonscheiben bestückt. Das ermöglicht eine leichtgängige horizontale und vertikale Drehbarkeit. Alle Teile der Montierung werden nur durch ihr Gewicht in Position gehalten. Die Entfernung der jeweiligen Lagerflächen bzw. -punkte gewährleistet eine hohe Stabilität. Das Bewegen und Nachführen des Teleskopes erfolgt durch einfaches Antippen in der entsprechenden Richtung.

 

In Dobson-Teleskopen werden Hauptspiegel von geringer Dicke verwendet. Bei gleicher Masse sind daher erheblich größere Spiegeldurchmesser möglich. Durch kurze Brennweiten vermeidet man das Problem, beim Beobachten auf eine Leiter steigen zu müssen.
Der preiswerte und einfache Aufbau der Dobson-Montierung birgt aber auch einen Nachteil: Diese Montierung ist naturgemäß azimutal. Um ein Objekt zu verfolgen, muß sowohl im Azimut, als auch in der Höhe, also immer auf beiden Achsen nachjustiert werden. Das ist bei visueller Beobachtung kein Problem, weshalb das der Haupteinsatz dieser Montierung ist.

 

Eine Nutzung für Astrofotografie mit mehreren Minuten Belichtungszeit ist jedoch wegen der notwendigen automatischen Steuerung auf zwei Achsen recht aufwändig.
Lösungen sind z.B. die Äquatorialplattform als Eigenbau oder die Computersteuerungen der GoTo-Dobsons.
Seit Jahren werden Dobson-Teleskope auch industriell gefertigt und angeboten.
Wer rein visuelle astronomische Beobachtungen anstrebt, erhält mit dieser Technik für seine Investition maximale optische Leistung.