Astronomische Beobachtungen – was zu bedenken wäre

Wer zur Beschäftigung mit der Astronomie und Teleskopen über die vielfarbigen spektakulären Fotografien z.B. von Galaxien oder interstellaren Nebeln der verschiedenen Zeitschriften gefunden hat, der wird dann in der Praxis ziemlich enttäuscht sein.
Solche Bilder erhält man nur durch astrofoftografische Aufnahmen mit Belichtungszeiten von mehreren Minuten oder es wurde die sogenannte Falschfarbenfotografie angewendet, bei der Aufnahmen die Bereiche außerhalb der Wellenlängen des sichtbaren Lichtes erfassen, die dann in den Bereich der Spektralfarben transformiert und auf einem Foto überlagert werden.

Mit wenigen Ausnahmen, wie einigen rötlich, gelblich oder bläulich schimmernden Sternen oder Farbtönen bei den Planeten ist weißes Licht zu sehen.

 

Wenn man sich als Amateurastronom nicht hauptsächlich der Sonnenbeobachtung widmen will, dann darf einem Nachtarbeit nichts ausmachen.
Je dunkler das Umfeld des gewählten Beobachtungsortes ist, desto detailreicher werden auch die Beobachtungen ausfallen.
Im Umkreis von Städten und Ortschaften wird das Licht von Gebäuden und Straßenbeleuchtungen in der Luft reflektiert und gebrochen. Der dadurch aufgehellte Himmel macht eine Beobachtung von lichtschwachen interessanten Objekten unmöglich. Es kann ein beträchtlicher Aufwand sein, einen einsamen Ort ohne diese „Lichtverschmutzung“ zu finden und jedesmal aufzusuchen.
Hinzu kommt, dass unterschiedlich warme Luftschichten ständig Konvektionsströmungen erzeugen. Diese bilden Schlieren in der Luft, wie sie wohl mancher schon über einer heißen Platte oder einem Feuer gesehen hat.
Bei hohen Teleskopvergrößerungen wird dadurch das Bild betrachteter Objekte sehr unruhig und Feinheiten sind kaum noch zu unterscheiden.
Die besten Beobachtungsbedingungen hat man also weitab jeglicher menschlicher Zivilisation in einer eisig-klaren Winternacht und wenn möglich noch auf einem hohen Berg, weil dann die über einem liegende störende Luftschicht dünner ist.

 

Bei der astronomischen Beobachtung mit dem bloßen Auge sind nur an wenigen Objekten Strukturen erkennbar.
Der Mond zeigt ein paar dunkle Flecken und die Mondphasen. Wenn die Sonne tief am Horizont steht und zufällig sehr große Sonnenflecken aktiv sind, kann man diese erkennen. Wenn der Planet Venus gerade sichtbar ist, sich in großer Erdnähe befindet und man ein sehr scharfes Auge hat, kann man erahnen, dass sie keine sichtbare Kugelform hat sondern sich, wie zuweilen der Mond, in Sichelform präsentiert.
Das war es dann aber auch schon.

 

Wer mehr sehen möchte, der kann schon mit dem guten alten Fernglas seine Beobachtungsmöglichkeiten beträchtlich erweitern. Einige astronomischen Objekte lassen sich in ihrer Gesamtheit wegen ihrer Ausdehnung sogar nur bei den relativ geringen Vergrößerungen üblicher Ferngläser beobachten. So richtig interessant wird es aber erst mit einem Teleskop, dass nach zwei unterschiedlichen Funktionsprinzipien als Spiegelteleskop oder als Linsenfernrohr ( Refraktorteleskop ) konstruiert sein kann.