Astrofotografie ohne Teleskop

Vor einiger Zeit hatte ich die Idee, dass sich Digitalkameras mit Zoom-Objektiv und ausreichend hoher Auflösung auch für direkte astronomische Aufnahmen des Mondes eignen müssten.

Ich besitze schon längere Zeit eine Sony Cyber-shot DSC-HX1, die über ein 20x Zoom-Objektiv verfügt. Bei geringer Lichtstärke hat diese Kamera zwar ein merkliches Bildrauschen, aber der Mond ist ja verhältnismäßig hell.

Schon einmal hatte ich nachts versucht, ein Bild vom Mond zu schießen, musste aber feststellen, das die Kamera unter diesen Lichtverhältnissen nicht in der Lage war, auf den Mond zu fokussieren. Es war nur ein heller Fleck zu sehen.

 

Als ich mich in letzter Zeit etwas intensiver mit dem Kamera-Handbuch beschäftigte, stellte ich fest, dass es manuelle Einstellmöglichkeiten für den Fokus gibt. Die Belichtungszeit kann des weiteren manuell so eingestellt werden, dass Bilder mit einer „Quasi“-Belichtungszeit von bis zu 30 Sekunden erzeugt werden. Dafür werden in schneller Folge gemachte Einzelaufnahmen rechnerisch überlagert und das Bildrauschen, soweit möglich, heraus gerechnet.

 

Mit diesem neuen Wissen und nach einer Reihe praktischer Versuche nahm ich am 24. Oktober erneut Anlauf, endlich ein Mondfoto zu schießen. Den Fokus stellt ich manuell auf unendlich und machte einige Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Es wurde vom Stativ mit automatischer Auslöseverzögerung fotografiert, um bei maximalem Zoom ein möglichst scharfes Bild zu erhalten.

 

Das Ergebnis stimmte mich dann recht zufrieden. Auf dem 8-Megapixel-Bild nimmt der Mond soviel Platz ein, dass nach dem Ausschneiden des vom Mond belegten Bildbereiches eine ganze Reihe von Details erkennbar sind. Begünstigend wirkt sich natürlich aus, dass die über die Bildmitte verlaufende Tag-Nacht-Grenze die Krater und sonstigen Bodenformationen in diesem Bereich durch langen Schattenwurf besonders deutlich hervor treten lässt.

 

Foto vom zunehmenden Mond